{"id":1990,"date":"2010-07-06T14:56:50","date_gmt":"2010-07-06T13:56:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sclbadenbaden.de\/?p=1990"},"modified":"2010-07-06T14:56:50","modified_gmt":"2010-07-06T13:56:50","slug":"katharina-pietrzyk-mit-ihrem-letzte-tollen-kenia-report","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sclbadenbaden.de\/?p=1990","title":{"rendered":"Katharina Pietrzyk mit ihrem letzte tollen Kenia-Report"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.sclbadenbaden.de\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/katharina-pietrzyk-kenia.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-2010\" title=\"Katharina Pietrzyk: Abschied von Kenia\" src=\"http:\/\/www.sclbadenbaden.de\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/katharina-pietrzyk-kenia-150x112.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a>Jambo meine Lieben,seit der letzten Mail ist ganz sch\u00f6n viel Zeit vergangen.<br \/>\nMittlerweile sind wir wieder in Deutschland angekommen und ich muss sagen, dass ich die Zeit in Kenia, seit dem ersten Tag den ich wieder zur\u00fcck bin, verdammt sehr vermisse &#8230;<\/p>\n<p>Die letzten Wochen waren wundersch\u00f6n und wir haben versucht jede Sekunde so sehr zu genie\u00dfen, wie es nur m\u00f6glich war.<!--more-->Am 4. Mai feierten wir den Geburtstag des 4 j\u00e4hrigen Kay Robert. F\u00fcr ihn wurde ein sch\u00f6nes Fest organisiert mit feinem Essen, Kuchen, Musik und vielem Tanzen.<br \/>\nDer Kuchen bestand aus zwei gro\u00dfen St\u00fccken (\u00e4hnlich zum Tiramisu) und wurde dann unter den 48 Kindern in kleine St\u00fccke aufgeteilt. Da blieb wirklich nur ein winziges St\u00fcck f\u00fcr jeden, doch die Kids waren trotzdem Happy! Sowas gibt es schlie\u00dflich nicht alle Tage.<br \/>\nAm 15. Mai wurde das Waisenhaus selbst 10 Jahre alt. Gemeinsam haben wir wieder einmal ein super leckeres Spaghetti Bolognese gekocht (29 Packungen Spaghetti, 12 Kg Hackfleisch ..)und danach wurde im Wohnzimmer Musik aufgelegt und ordentlich getanzt, bis die F\u00fc\u00dfe qualmten.<\/p>\n<p>Mittlerweile hat auch wieder die Schule begonnen. Eine nicht so angenehme Zeit, denn f\u00fcr sie standen jetzt die Examen an. Pr\u00fcfungszeit!! Das finden nat\u00fcrlich auch die afrikanischen Sch\u00fcler nicht so toll. Bei diesen Examen werden sie in alles F\u00e4chern gepr\u00fcft. In Englisch und Kisuaheli m\u00fcssen sie einen Aufsatz zu einem bestimmten Thema schreiben und in des restlichen F\u00e4chern werden ihnen 50 Multiple-Choise-Fragen gestellt. Wir durften die Aufsicht w\u00e4rhend der Pr\u00fcfung \u00fcbernehmen und Aufgaben korrigieren.<br \/>\nAbschauen und Mogeln ist auch hier kein Fremdwort. \ud83d\ude42<br \/>\nBei den Korrekturen war ich sehr erschrocken dar\u00fcber, wie hoch der Anteil war der nicht ein mal die H\u00e4lfte der Aufgaben richtig hatte&#8230; Aber eigentlich ist das auch kein Wunder. 42 Sch\u00fcler in einem kleinem Klassenzimmer auf viel zu kleine B\u00e4nke gequetscht &#8230;. Da ist man wohl wirklich mehr damit besch\u00e4ftigt, sich darauf zu konzentrieren nicht von der Bank zu fallen, als zu zuh\u00f6ren.<br \/>\nIn der Familie k\u00f6nne die Kinder oftmals auch keine Hilfe erwarten, denn eine hohe Anzahl der Eltern hat nur eine geringe Bildung.<\/p>\n<p>Am 7. Mai bekamen wir Besuch vom &#8222;Bezirksoberhauptmann&#8220;. Er kam um sich das Problem bez\u00fcglich des Hausverkaufs anzuh\u00f6ren und gemeinsam mit uns einen Plan auzuarbeiten, wie dieses gel\u00f6st werden kann.<br \/>\nFinanzielle Hilfe konnte er uns nicht versprechen, denn das sei bei den vielen Waisenh\u00e4usern in der Umgebung einfach unm\u00f6glich. Stattdessen bekam das Waisenhaus von der Regierung Nahrung gesponsert. Was anhand der \u00fcberaus gro\u00dfen Menge eine kleine Erleichterung f\u00fcr uns bedeutete, denn so wurde wieder f\u00fcr ein paar Wochen genug Essen gesichert.<br \/>\nSo machten wir uns gleich am n\u00e4chten Tag auf den Weg, um mit dem &#8222;Handcar&#8220; (eine Art sehr gro\u00dfe Schubkarre die man hinter sich herzieht) auf den Weg nach Mombasa um dort 350Kg Reis, 270kg Mais und zwei Kartons \u00d6l abzuholen. Wahnsinn was f\u00fcr eine k\u00f6rperliche Anstregnung das ist! Habe selbst versucht so einen Handcar zu ziehen &#8230; Das h\u00e4lt man vielleicht 800m aus und dann tun einem die Beine und Arme vor Anstregung unglaublich weh &#8230;<\/p>\n<p>So langsam wurde alles f\u00fcr uns zu richtigem Alltag. Man war mit der Kultur und den Menschen endlich Eins.<br \/>\nMit der Regenzeit kam endlich eine angenehme Temperatur bei uns an und alle T\u00e4tigkeiten wurde damit ertr\u00e4glicher. Ab und zu, wenn es dann mal zu heftig regnete, kam einiges an Wasser auch im Haus an .. Der Strom fiel aus &#8230;<br \/>\nAlles kein Problem, gemeinsam fanden wir immer eine L\u00f6sung. \ud83d\ude42<br \/>\nEine tolle M\u00f6glichkeit ergab sich durch den Regen im benachbarten Grundst\u00fcck. Dort pflanzten wir etwas Gem\u00fcse, wie Mais und Kraut, an und konnten das somit gesparte Geld f\u00fcr d\u00fcrftige Zeiten beiseite schaffen.<\/p>\n<p>Die Kinder sind uns von Mal zu Mal immer mehr ans Herz gewachsen und der Gedanke, dass wir bald Abreisen w\u00fcrden, hat uns schier das Herz zerbrochen. Nun waren wir zu einer gro\u00dfen Familie gewachsen und einige der Kinder waren, und das meine ich vollkommen ernst, wie unsere eigenen.<br \/>\nIch habe mich pers\u00f6nlich unheimlich in das j\u00fcngste M\u00e4dchen verliebt. Ihr Name ist Aisha und am liebsten h\u00e4tte ich sie mit nach Deutschland genommen. Sie ist einfach zu meinem Baby geworden und aus diesem Grund f\u00fchle ich mich verdammt verantwortlich f\u00fcr sie &#8230;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend unserer Zeit dort konnten wir ihnen alle M\u00f6gliche Hilfe bieten, die sie ben\u00f6tigten. Sei es ein teuerer Arztbesuch und die Medizin, eine neue Schuluniform und daf\u00fcr zu sorgen, dass sie etwas zu Essen bekommen, da es z.B. kein Feuerholz gibt um das Essen zu Kochen. Tausende Male schie\u00dft einem der Gedanke durch den Kopf, wie es denn weitergeht, wenn man nicht mehr da ist und helfen kann &#8230;<br \/>\nDiese Situation ist einfach schrecklich und so ist uns auch der Abschied verdammt schwer gefallen &#8230;<br \/>\nIch muss oft versuchen, meine Gedanken vom Waisenhaus abzulenken, da mir sonst die Tr\u00e4nen kommen &#8230;<\/p>\n<p>Nina und ich haben f\u00fcr uns entschlossen, dass wir das Waisenhaus weiterhin unterst\u00fctzen werden, Patenschaften \u00fcbernehmen und auf jeden Fall eines Tages wieder hinfliegen werden, in unser zweites zu Hause, um nach dem Rechten schauen!<br \/>\nEinen ersten Schritt haben wir getan: Am Fischerfest in Vomberg hatten wir einen kleinen Stand, an dem wir Chai (kenianischen Tee) und Mahamri (Geb\u00e4ck) anboten und \u00fcber unsere wunderbare Erfahrung in Kenia erz\u00e4hlten.<br \/>\n(Der Erl\u00f6s ging an das Waisenhaus)<\/p>\n<p>Wir haben regelm\u00e4\u00dfigen Kontakt zu Jessica und Issac. Sie informieren uns immer \u00fcber die neuesten Nachrichten von den Kids und allem drumherum. Das ist uns n\u00e4mlich sehr wichtig!<\/p>\n<p>Alles in Allem, war diese Reise die tollste Erfahrung die ich bis jetzt gemacht habe. Ich bin mir sicher, sie wird auch die Tollste bleiben und ich kann wirklich nur jedem raten etwas in dieser Art zu machen!<br \/>\nEs gibt Negative Seiten, es gibt Positive Seiten. Aber das macht das Leben schlie\u00dflich aus und wichtig ist, was man aus so einer Sache mitnimmt und lernt.<\/p>\n<p>Ich f\u00fcr mich dachte zu erst, dass ich mich w\u00e4hrend dieser Zeit nicht ver\u00e4ndert h\u00e4tte. Da habe ich mich sehr get\u00e4uscht.<br \/>\nDas f\u00e4llt einem n\u00e4mlich erst auf, wenn man wieder zu Hause ist. Hier regiert Stress und Hektik .. Damit kommt man irgendwie nach dem genazen Polepole gar nicht mehr klar .. Man sieht die Welt mit anderen Augen, geht auf Menschen v\u00f6llig anders zu und genie\u00dft jede Sekunde des Luxus, in dem man lebt&#8230;<\/p>\n<p>Ok, nun gut &#8230;. Jetzt ist Schluss, sonst komme ich doch zu keinem Ende &#8230;<\/p>\n<p>Ich danke euch allen sehr f\u00fcr eure &#8222;offenen Augen&#8220; und freien Minuten, in der ihr meine Mails durchgelesen habt! Hoffe sehr, dass sie nicht langweilig waren und etwas kenianisches Feeling r\u00fcber gekommen ist!<br \/>\nAsante Sana na Lala Salama!<br \/>\n(Vielen Dank und eine gute Nacht)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jambo meine Lieben,seit der letzten Mail ist ganz sch\u00f6n viel Zeit vergangen. 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