{"id":16591,"date":"2021-07-18T08:41:15","date_gmt":"2021-07-18T07:41:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sclbadenbaden.de\/?p=16591"},"modified":"2021-07-18T08:42:05","modified_gmt":"2021-07-18T07:42:05","slug":"erfolgstrainer-robert-ihly-mit-zwei-athleten-in-tokio-dabei-ein-portraet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sclbadenbaden.de\/?p=16591","title":{"rendered":"Erfolgstrainer Robert Ihly: Mit zwei Athleten in Tokio dabei &#8211; ein Portr\u00e4t"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/sclbadenbaden.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_3245-breit-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/sclbadenbaden.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_3245-breit-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16592\" srcset=\"https:\/\/www.sclbadenbaden.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_3245-breit-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.sclbadenbaden.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_3245-breit-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.sclbadenbaden.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_3245-breit-150x84.jpg 150w, https:\/\/www.sclbadenbaden.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_3245-breit-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.sclbadenbaden.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_3245-breit-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.sclbadenbaden.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_3245-breit-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Wenn Robert Ihly am 22. Juli abends in den Flieger nach Japan steigt, dann wird es f\u00fcr ihn\u00a0 ein D\u00e9j\u00e0-vue-Erlebnis. Vor exakt 30 Jahren flog Ihly schon einmal ins Land der aufgehenden Sonne. Sein Ziel war die Leichtathletik Weltmeisterschaft in Tokio. Damals ging Robert Ihly als Athlet im 20 Kilometer Gehen an den Start, er wurde Sechster. Heute steigt er als erfolgreicher Trainer der deutschen Race-Walker in den\u00a0 Flieger. Dieses Mal hei\u00dft das Ziel: Die Olympischen Spiele in Tokio.<\/p>\n\n\n\n<p>Robert Ihly machte in seinem sportlichen Hobby eine erstaunliche Karriere, zun\u00e4chst als Athlet und seit rund 20 Jahren als Trainer. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Mit Nathaniel Seiler (TV B\u00fchlertal) und Carl Dohmann (SCL Heel Baden-Baden) trainiert Ihly zwei internationale Top-Athleten, die in der Weltrangliste im 50 Kilometer Gehen unmittelbar hintereinander auf Rang 18 und 19 stehen. Beide haben sich f\u00fcr die Olympischen Spiele qualifiziert.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Spiele sind der Traum eines jeden Trainers, f\u00fcr mich ist es eine gro\u00dfe Genugtuung, mit Carl und Nathaniel gleich zwei Athleten dabei zu haben. Viele haben nicht daran geglaubt, dass ich die beiden soweit bringe, das macht mich auch stolz\u201c, beschreibt der studierte Bauingenieur seine Gef\u00fchlswelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Seine Erinnerungen an die Tokio-WM von 1991 sind nach wie vor gro\u00dfartig. \u201eJapan ist ein unglaublich sch\u00f6nes Land, die Japaner sind sehr freundlich, sie verbeugen sich, wir hatten auch die M\u00f6glichkeit Land und Leute kennen zu lernen\u201c. Dieses Mal f\u00fcrchtet Robert Ihly, von den Menschen und ihrer Lebenswelt eher abgeschnitten zu sein. Die Athleten werden sich vermutlich nur in einer Blase bewegen d\u00fcrfen, die wenig bis keine Ber\u00fchrung zu den Einheimischen zul\u00e4sst. \u201eCorona wird schwer auf diesen&nbsp; Spielen lasten\u201c, ist Ihly sicher.<\/p>\n\n\n\n<p>Geboren wurde Robert Ihly in einem Dorf im Ural. Aufgewachsen ist er in Bischkek, der Hauptstadt im heutigen Kirgisistan. Allein der Name Ihly verr\u00e4t seine urdeutsche Abstammung. Zwischen 1799 und 1804, so hat er selbst recherchiert, ist die Familie in die S\u00fcdukraine ausgewandert. \u201eMeine Familie stammt urspr\u00fcnglich aus Malsch bei Karlsruhe und geh\u00f6rte dann zur Gruppe der sogenannten Schwarzmeerdeutschen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgewachsen ist Ihly also in der Sowjetunion, Sport geh\u00f6rte zum Leben der Jugendlichen dazu, Robert Ihly zeigte sich aber in allen m\u00f6glichen Sportarten als ziemlich talentfrei. Als es schlie\u00dflich mit dem Langstreckenlauf nicht klappte, sah sein damaliger Trainer das Gehen als letzte M\u00f6glichkeit. \u201eIch bin \u00fcberall hinterhergelaufen, aber mit dem Gehen hat es pl\u00f6tzlich geklappt, ich hatte erste Erfolge\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Die ganz gro\u00dfen sportlichen Ehren kamen dann aber erst nach der Auswanderung 1989: Er lernte die \u00dcbergangswohnheime zun\u00e4chst in N\u00fcrnberg, dann Rastatt, dann Bad Peterstal kennen. Eine Tante, die bereits in Deutschland lebte, vermittelte ihm dann eine Wohnung in Schutterwald. Dort fand er dann mit Gerhard B\u00f6hle einen Trainer, der ihn richtig nach vorn brachte und dem es gelungen ist Gehfehler auszumerzen. Denn beim Gehen z\u00e4hlt auch der \u201eStil\u201c: Bodenkontakt und Beinstreckung.<\/p>\n\n\n\n<p>Kaum ein Jahr in Deutschland gewann er alle Wettbewerbe, schaffte sogar den deutschen Rekord im 20 Kilometer Gehen. Danach ging es sportlich steil nach oben.<\/p>\n\n\n\n<p>Beruflich baut Robert Ihly H\u00e4user und Industrieanlagen, sportlich sammelte er 14 deutsche Meistertitel, nahm an drei Europameisterschaften, f\u00fcnf Weltmeisterschaften und mit Barcelona (1992), Atlanta (1996) und Sidney (2000) an drei Olympischen Spielen teil. Seine international beste Platzierung erreichte er bei der Weltmeisterschaft in Sevilla. Bei Gluthitze ging er \u00fcber 50 Kilometer in 3:53,50 Stunden als F\u00fcnfter ins Ziel. Allein die Vorbereitung auf diesen Wettkampf war f\u00fcr ihn schwierig, musste er beruflich ein halbes Jahr lang zwischen Schutterwald und St. Petersburg pendeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Sidney beendete Ihly schlie\u00dflich seine sportliche Laufbahn. Dann kam Helmut Munz ins Spiel, der Fachwart f\u00fcr das Gehen im Badischen Leichtathletik Verband. Er \u00fcberredete Ihly zum Trainerjob und gemeinsam haben sie sich zum Ziel gesetzt, das Gehen im S\u00fcdwesten popul\u00e4r zu machen. Mit den zwei Olympiagehern Carl Dohmann und Nathaniel Seiler ist das gelungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was aber fasziniert Robert Ihly am Gehen, das in Deutschland weithin bel\u00e4chelt, aber in vielen L\u00e4ndern wie Japan, China, Russland aber auch in Frankreich hoch gesch\u00e4tzt wird?<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGehen ist ein Sport, der vor allem im Kopf stattfindet. Man muss verstehen lernen wie man 50 Kilometer geht, man muss seinen K\u00f6rper in jeder Sekunde unter Kontrolle haben, das bedarf neben dem k\u00f6rperlichen Training einer ausgekl\u00fcgelten mentalen Taktik. Beim Gehen entscheidet der Kopf. Wer die 50 Kilometer schafft, beweist enorme psychische St\u00e4rke, das macht das Gehen so faszinierend\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese mentale St\u00e4rke vermittelt er auch seinen beiden Athleten: \u201eAls Trainer muss man hart sein, aber auch ein guter Freund zu den Athleten\u201c, verr\u00e4t Ihly sein Trainer-Credo. Deshalb braucht er f\u00fcrs Training auch v\u00f6llig freie Hand. \u201eDer SCL Heel Baden-Baden ist f\u00fcr mich ein idealer Verein, er l\u00e4sst mich frei arbeiten und steht immer hinter mir und Carl Dohmann, auch wenn es mal nicht so rund l\u00e4uft, wie bei Carls erster Olympiade in Rio oder der WM in Peking\u201c. Carl Dohmann hatte aufgegeben. Schuld war, so ist Ihly \u00fcberzeugt, nur eine mentale Schw\u00e4che.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/sclbadenbaden.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_2574-neu-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/sclbadenbaden.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_2574-neu-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16593\" srcset=\"https:\/\/www.sclbadenbaden.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_2574-neu-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.sclbadenbaden.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_2574-neu-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.sclbadenbaden.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_2574-neu-150x84.jpg 150w, https:\/\/www.sclbadenbaden.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_2574-neu-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.sclbadenbaden.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_2574-neu-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.sclbadenbaden.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_2574-neu-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>F\u00fcr das olympische 50-Kilometer-Gehen am 5. August (Start 22:30 Uhr MESZ) erwartet Robert Ihly vollen Einsatz. Er selbst wird an der Strecke stehen, taktische Anweisungen geben und die Getr\u00e4nke reichen. Beide, Dohmann und Seiler, so ist Ihly \u00fcberzeugt, haben die St\u00e4rke, sich unter den Top 15 Race-Walkern zu platzieren. Damit w\u00fcrden sie auch wertvolle Punkte f\u00fcr die Weltrangliste sammeln und sich jetzt schon f\u00fcr neue Aufgaben im kommenden Jahr qualifizieren. 2022 gibt es Europa- und Weltmeisterschaften, dann stehen jeweils die neuen 35 Kilometer auf dem Programm und Ihly weiterhin an der Piste.<\/p>\n\n\n\n<p>Bernd Hefter<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn Robert Ihly am 22. Juli abends in den Flieger nach Japan steigt, dann wird es f\u00fcr ihn\u00a0 ein D\u00e9j\u00e0-vue-Erlebnis. Vor exakt 30 Jahren flog Ihly schon einmal ins Land der aufgehenden Sonne. Sein Ziel war die Leichtathletik Weltmeisterschaft in Tokio. 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